[DE] DAK-Präventionsradar im Faktencheck

20261027 dak präventionsradar e dampfe

Aktuelle Presseaussendung der DAK zeugt in erster Linie davon, dass man bei der DAK partiell so gar keine Ahnung von dem hat, wovon man spricht.

Pressemitteilung “DAK-Präventionsradar: Ein Fünftel der Jugendlichen nutzt Einweg-E-Zigaretten” 1

Aussage

„Einweg-E-Zigaretten sind durch den niedrigen Verkaufspreis […] besonders attraktiv „.

Das ließe sich – wenn man es überhaupt wollte – jederzeit in der Realität nachprüfen. Die Verkaufspreise liegen im Schnitt deutlich über denen von klassischen Zigaretten, im Regelfall 30% und mehr darüber!

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Die in Dauerschleife wiederkehrenden, kakophonischen ewiggleichen Verbotsphantasmen in Bezug auf Einweg, Aromen, Menthol und dergleichen stellen aufs Wesentliche reduziert nichts weiter dar, als eine schallende Ohrfeige und Bloßsstellung der behördlichen Aufsicht. Nur zur Erinnerung: die Abgabe von E-Zigaretten – selbst die ohne Nikotin – ist durch einschlägige Regelung im JuSchuG seit nunmehr 10 Jahren verboten!

Es braucht von daher keine weiten Verbote dessen, was ohnehin nicht statthaft ist. Die Staffellauf- ähnliche Weitergabe dieser Litanei dagegen straft den Gesetzgeber in seiner daraus selbst abzuleitenden Aufsicht und Durchführung einen Totalversager.

In diesem Presseportal finden regelmäßig Berichte über konzertierte Kontrollaktionen aller beteiligten Dienste statt, die sich mit der Marktaufsicht befassen und dabei offizielle Verkaufsstellen überprüfen. Die Einhaltung des JuSchuG hin auf genau diesem Bezug wird regelmäßig als nahezu durchgehend einwandfrei bestätigt.
1/5 der Jugendlichen ab 15 Jahren dampft also durchweg regelmäßig E-Zigaretten. Das entspricht 20%. Komisch nur, dass eine andere – vergleichsweise in deutlich kürzerer Kadenz Daten aktualisierende – Studie, die DEBRA 2 zum Rauchverhalten in der Altersgruppe 14-17 Jahre deren Anteil zu 3,9% ausweist.

Lässt sich die Diskrepanz irgendwie erklären?

Ja, selbstverständlich. Die verkürzt „Oxford-Study“ 3 genannte systematische Übersichtsarbeit vom Mai 2026 zu ‚E-Zigaretten und Rauchentwöhnung‘ hat sich mit der Qualität veröffentlichter Studien zu Thema eingehend befasst. In der dortigen Tabelle 4 wird explizit in der Zusammenfassung das Kriterium „kritisch niedriges Niveau„, sowie als Gesamtbewertung die Note „Geringere Qualität“ vergeben.

In genau diesen Kategorien zu finden: der DAK Hausautor zu Nikotin, Rainer Hanewinkel mit einer Arbeit aus 2022 4

Die Zahlen von Hanewinkel sind schon insoweit absolut unplausibel, als er explizit die Nutzer von Einweg in der Kohorte zählt. DEBRA dagegen diejenigen über alle Darreichungsformen der E-Zigarette. Die Hanewinkel-Zahlen stellen eine Teilmenge dar und können schon aus mathematisch-logischen Überlegungen niemals größer sein, als die Gesamtmenge.

Auch von Hanewinkel stammend die wiederkehrende Behauptung, 80% aller E-Zigaretten Nutzer betreiben Dual-Use – wechseln demnach beständig zwischen klassischen Zigaretten und E-Zigaretten hin und her. Aus eigenen Beobachtungen und vielen Gesprächen mit Nutzern lässt sich das in keiner Weise bestätigen. Was nicht gleichbedeutend ist, es gäbe keine Dual-User, aber deren Anzahl erscheint mit 80% deutlich zu hoch angesetzt.

Statt auf fragwürdige Studien und dauerschleifenartige Verbotsphantasien zu setzen, wäre die DAK gut beraten, sich an evidenzbasierte Fakten und die reale Lebenswirklichkeit von Dampfern zu halten.

Text: Gastautor Krolli

Quellen

  1. https://www.presseportal.de/pm/50313/6377598 – [Archiv]
  2. https://www.debra-study.info/
  3. Wu AD, Conde M, Butler AR, Knight E, Lindson N, Livingstone-Banks J, et al. Electronic cigarettes for smoking cessation: An overview of systematic reviews and evidence and gap map. Addiction. 2026; 121(8): 1957–1971. https://doi.org/10.1111/add.70388
  4. Hanewinkel R, Niederberger K, Pedersen A, Unger JB, Galimov A. E-cigarettes and nicotine abstinence: A meta-analysis of randomised controlled trials. Eur Respir Rev. 2022; 31(163):210215. https://doi.org/10.1183/16000617.0215-2021

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